Der NABU-Ausflug führte zur Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in
Veitshöchheim. Auf dem Versuchsbetrieb „Stutel“ erhielten wir Einblicke in die Forschung zur
Klimaresistenz heimischer und nicht heimischer Baumarten sowie zu deren Widerstandsfähigkeit in
Bezug auf den Klimawandel.
Vor der Führung gab es das inzwischen schon legendäre Busvesper, das seit vielen Jahren fester
Bestandteil unserer Ausflüge ist. Neben Kaffee und Getränken gab es die beliebten Würste vom
Fasanenhof der Familie Schnurr, Weckle und Brezeln sowie gespendete Äpfel von Obstbau Hengerer
aus Hessigheim, dafür besonderer Dank.
Unsere Gästeführerin Kirstin Mahler zeigte zunächst die Klimabaum-Anlage mit rund 400 Baumarten.
Während der Führung wurden wir gleich zweimal von Regenschauern überrascht. Die erste
Unterbrechung überbrückte Frau Mahler jedoch äußerst souverän mit einem informativen Vortrag in
einer Halle der LWG, sodass die Zeit wie im Flug verging.
Nach dem Regen besichtigten wir den Gartenbaubetrieb mit Sandarium für Wildbienen,
Rosenanlagen, Quittenplantage sowie zahlreichen Nist- und Wasserstellen für Insekten und Reptilien.
Besonders interessant waren die Informationen zum Aufbau eines Sandariums. Entscheidend ist nicht
nur der richtige Sand, sondern auch ein ausreichendes Angebot an Blüh- und Futterpflanzen in der
Umgebung. Dadurch kann gezielt beeinflusst werden, welche Insektenarten sich ansiedeln. Das
Thema Sandarium beschäftigt unsere NABU-Ortsgruppe bereits seit längerer Zeit. Unser Besuch LWG
liefert somit auch viele wertvolle Anregungen für ein eigenes Projekt, dessen Umsetzung hoffentlich
noch in diesem Jahr beginnen kann.
Der zehn Hektar große Versuchsbetrieb umfasst zahlreiche Versuchsflächen und Projekte, von denen
wir in der begrenzten Zeit und auch leider wegen der Niederschläge, nur einen kleinen Teil
besichtigen konnten.
Am Nachmittag stand die Besichtigung der Distelhäuser Brauerei auf dem Programm. Wegen des starken Regens trafen wir früh ein. Während einige Teilnehmer Tauberbischofsheim erkundeten, nutzten andere die Zeit im Biergarten.
Die Brauereiführung begann mit einem Begrüßungsgetränk und einer Brezel. Besonders für die mitgereisten Kinder gab es viel zu entdecken: Gerste konnte direkt probiert werden und erinnerte geschmacklich an Müsli. Außerdem wurde ein Aromahopfen herumgereicht, damit die Teilnehmer dessen charakteristischen Duft kennenlernen konnten. Für viele war dies wahrscheinlich die erste bewusste Begegnung mit Hopfen. Sein intensiver, würziger Geruch erinnerte an Kräuter und machte deutlich, welchen wichtigen Beitrag er zum Geschmack und Aroma des Bieres leistet.
Die Führung zeigte eindrucksvoll die Verbindung von traditioneller Braukunst und modernster Technik. Vom eigenen Brauwasser über regionale Rohstoffe bis hin zu Abfüllung und Logistik erfolgt nahezu alles im eigenen Haus. Besonders spürbar war die enge Verbundenheit der Mitarbeitenden mit ihrem Unternehmen. Den Abschluss bildete eine Bierprobe, bei der die Teilnehmer verschiedene Bierspezialitäten der Brauerei verkosten konnten.
In der Brauereigaststätte ließen wir den Tag bei einem fränkischen Abendessen ausklingen. Trotz
einer rund 40-minütigen Verzögerung durch einen Unfall auf der A81 blieb die Stimmung auf der
Heimfahrt bestens.
Fazit: Ein abwechslungsreicher Ausflug mit spannenden Einblicken in Klima- und
Biodiversitätsforschung sowie in die erfolgreiche Verbindung von Tradition und Innovation bei einem
familiengeführten Brauereibetrieb.